Leipziger Volkszeitung (LVZ) (29.02.2008) (11.06.2008)

Rollendes Gefecht in Agra geplant

Bericht über die Arbeitsgruppe 2008/2013 und ihre Pläne für die nächsten Veranstaltungen.

Markkleeberg. „Wir rechnen im Oktober zum 195. Jahrestag der Völkerschlacht mit 10 000 Besuchern und 2000 Darstellern auf den Gefechtsfeldern.“ Michél Kothe vom Verband Jahrfeier Völkerschlacht ist schon jetzt Feuer und Flamme. Denn die diesjährige Veranstaltung gilt als Bewährungsprobe für das 2013 anstehende Jubiläum.
Seit Juli 2007 arbeitet die Arbeitsgruppe 1813 an der Vorbereitung des 200. Jahrestages (die LVZ berichtete). Der Oktober 2008 wird dabei als Meilenstein gesehen. Zum Organisationsteam gehören der Förderverein Völkerschlachtdenkmal, das Stadtgeschichtliche Museum Leipzig, die Stadt Leipzig selbst, die Stadt Markkleeberg sowie der Tourismusverein Leipziger Land und der Verband Jahrfeier Völkerschlacht, dem wiederum zahlreiche historische Vereine in der Region angehören.
Gabriela Lantzsch, Großpösnaer Bürgermeisterin und Vorsitzende des Tourismusvereins Leipziger Land (TVLL) sowie dessen Geschäftsführerin Sandra Brandt haben vor allem die touristische Vermarktung im Blick. „Die Völkerschlacht ist neben den Seen ein die Region verbindendes Merkmal und sollte offensiv verkauft werden“, erklären Lantzsch und Brand unisono. Dabei gehe es nicht nur um die Oktobertage, sondern um eine ganze Palette touristischer Angebote, die ganzjährig nutzbar sind. Wichtig sei zudem, die Informationsflut überschaubar zu gestalten. Denn bisher präsentiere sich jeder Verein, jedes Museum, aber auch Pensionen und Restaurants separat. Für den Ortsfremden sei eine Orientierung daher äußerst schwierig. „Als TVLL schauen wir deshalb mit den Augen des Gastes und beraten die Arbeitsgruppe“, erläutert Brandt.
Erstes Ergebnis ist die Schaffung der Dachmarke 1813. Historische Stätten wie das Torhaus Markkleeberg-Ost oder das Lazarettmuseum Seifertshain erhalten so einen einheitlichen Außenauftritt. Die Partner haben zudem Mitspracherecht, können ihre Vorstellungen einbringen. „Das erleichtert dem Gast die Orientierung und bietet den Vereinen gleichzeitig ein zielgerichtetes Marketing, das von Ehrenamtlichen in dieser Qualität nicht zu leisten wäre“, so Brandt.
Erfolge sind sichtbar: So der gemeinsame Auftritt der Arbeitsgruppe auf der Haus-Garten-Freizeit-Messe, ein aktualisierter Internetauftritt und die ersten Flyer, die Lust auf eine Tour entlang der Erinnerungsorte oder auch ein kulinarisches Erlebnis anno 1813 machen.
Parallel feilen Kothe und seine Truppen an den Schlachtplänen für Oktober: Selbst erfahrene Biwak- und Schlachtbesucher dürften überrascht sein. „Wir planen ein rollendes Gefecht, was in Deutschland so noch nie gezeigt wurde“, kündigt Kothe an. Statt der Gefechtsnachstellung von Laien auf einer Fläche sollen diesmal mehrere Schlachten auf verschiedenen Arealen innerhalb des Agra-Geländes toben. Das Vorbild stammt aus Belgien. „Wir versprechen uns davon ein besonderes Erlebnis, auch wenn die Besucher natürlich nicht überall zugleich sein können“, erklärt er.
Schon jetzt steht fest, dass das Ereignis zur logistischen Herausforderung für alle Beteiligten wird. „Deshalb freuen wir uns, dass es für den Shuttle-Verkehr zwischen Liebertwolkwitz und der Agra am 18. Oktober ein günstiges Kombiticket geben wird“, so Kothe.

Autorin: Ulrike Witt

Veranstaltung: Historische Gefechtsdarstellung & zivile Spielszenen / Historical re-enactment