hallo! Leipzig (02.11.2007)

Leipzigs Süden rüstet dieses Wochenende auf - Aktivitäten rund um die Völkerschlacht bei Leipzig

Die Völkerschlacht bei Leipzig ist ein wichtiges historisches Ereignis in der Leipziger Region. Der Artikel informiert über alle Aktivitäten, die im Zusammenhang mit der Erinnerung an jene blutige Schlacht des Jahres 1813 stehen.

Leipzigs Süden rüstet dieses Wochenende auf

 

Uniformen, Pulverdampf und Biwakfeuer – das ist es, was die Leipziger und die Markkleeberger alljährlich erwartet, wenn sie im Oktober die Torhäuser in Dölitz und Markkleeberg besuchen.

Auch dieses Jahr werden die Festtage im Oktober wieder in einer historischen Gefechtsdarstellung gipfeln. 800 uniformierte Darsteller, 50 Pferde und rund 3.000 Zuschauer treffen am Samstag, 20. Oktober, ab 13.30 Uhr in der Mönchereistraße am ehemaligen Motodrom in Markkleeberg aufeinander (Eintritt 5 bzw. 3 Euro). Gezeigt wird, wie die Truppen Napoleons auf Preußen, Russen, Engländer, Schweden und Österreicher trafen. Dieses Jahr wurden erstmals Siebtklässler des Evangelischen Schulzentrums zeitgemäß eingekleidet, damit sie vor Ort das alltägliche Leben der Sachsen nachstellen. Doch das ist nicht die einzige Zuarbeit, die Leipziger Jugendliche bei der Schlacht leisten. Werner Winkler vom bfw Unternehmen für Bildung: „Es gibt bei uns in Leipzig 8.500 ALG II Empfänger unter 25 Jahren. Wir haben über die Arge 20 Jugendliche vermittelt bekommen, die zum Teil weder Schulabschluss noch Ausbildung vorweisen können“. Mit dieser zu Beginn völlig demotivierten Truppe haben sie das Unternehmen gewagt, Kulissen für die Schlacht zu erstellen. Dazu bauten sie ein Modell des Schlachtfeldes, Pappsoldaten und sanierten historische Geräte wie Wagen, Kutsche und Kanone. „Die Jugendlichen waren so Feuer und Flamme, dass sie hinterher selbst als Statisten oder Soldaten in der Völkerschlacht mitspielen wollten“, erinnert sich der Marketingverantwortliche Holm Kresse an seine Besuche bei den Arbeiten. Jetzt hoffen alle, dass dieses Ein-Euro-Job-Projekt auch für die nächsten Jahre noch genehmigt wird. Die Chancen stehen nicht schlecht. Denn schon jetzt werden Menschen über 55 Jahre durch ABM, im Hinblick auf das 200-jährige Jubiläum der Völkerschlacht 2013 beschäftigt. Sie erarbeiten u.a. ein einheitliches Erscheinungsbild der Ereignisse. Das Jubiläum soll europaweite Ausstrahlung haben.

Michél Kothe, Verbandsvorsitzender der Jahrfeier Völkerschlacht bei Leipzig e.V. ist schon jetzt mit Halle, Naumburg, Borna und Rötha im Gespräch. Leipzig, Markkleeberg  und die entsprechenden Tourismusvereine sowie die Arge wollen sich ebenfalls beteiligen. Wie groß das Ereignis wirklich werden soll, kann man nur erahnen. Schon zum 195. Jahrestag der Schlacht werden 2.000 Teilnehmer erwartet. Liebertwolkwitz, ein wichtiger Standort der Kämpfe, will den Stadtkern absperren und die Bewohner in historischer Kleidung herumlaufen lassen. Das Event soll u.a. dafür genutzt werden, um für die Sanierung des Völkerschlachtdenkmals zu sammeln. Dieses Jahr wird, durch Brotverkauf damit begonnen. Dort soll es neben Brot natürlich auch noch weitere Spezialitäten von vor 200 Jahren geben. Das Catering-Unternehmen Traktir „Imperial“, spezialisiert auf historische Küche, bietet im russisch-kosakischen Stil alles von Borschtsch über Pelmeni bis Soljanka an. Die landestypisch gekleideten Verkäufer waren bereits beim Hamburger Hafenfest, beim Tag der Deutschen Einheit in Berlin und wollen Weihnachten in Paris sein. Doch bis es soweit ist, verwöhnen sie am 20. Oktober ersteinmal alle Schlachtenbummler. Beendet wird die Zeitreise am Sonntag, 11 Uhr mit einem Gedenkkonzert am Völkerschlachtdenkmal.

 

Autor: ST 

 

 

 

Veranstaltung: 194. Jahrestag der Völkerschlacht bei Leipzig