Leipziger Völkerbrot
Noch immer fehlen 6,7 Millionen Euro für die bis zum 200. Jahrestag der Völkerschlacht 2013 geplante Sanierung des berühmten Völkerschlachtdenkmals (erbaut 1913). Um diese Finanzierungslücke zu schließen, geht der Förderverein Völkerschlachtdenkmal e.V. ungewöhnliche Wege. In einer beispiellosen Gemeinschaftsaktion mit der Bäcker- und Konditorengenossenschaft Sachsen-Brandenburg (BÄKO Ost eG), der BÄKO Leipzig-Halle und der Bäcker-Innung Leipzig wurde im September 2007 das Projekt „Leipziger Völkerbrot“ ins Leben gerufen.
Die Brotspezialität wurde eigens für die Spendensammlung kreiert. Die Verwendung hochwertiger Rohstoffe (Weizen, Dinkel und Roggen mit über 50 Prozent Vollkornanteil) entsprechen dem Trend zu gesunder, ballaststoffreicher Ernährung. Natürlich gereifter Sauerteig und etwas Honig sorgen für den unverwechselbaren Geschmack des Brotes und handwerkliche Kunst gewährleistet, dass dieses Brot seine Frische über viele Tage bewahrt. In Anlehnung an eine noch heute im Denkmal gezeigte Doppelsemmel, die nach der Legende in der Nacht vom 18. zum 19. Oktober 1813 von einem Leipziger Bäcker für Napoleons Truppen gebacken wurde, schuf man das „Leipziger Völkerbrot“ als Zwillingsbrot. Das Brot wird zum Nachweis seiner Echtheit mit Kordelschnur und Booklet verkauft. Auf der einen Brothälfte ist das stilisierte Völkerschlachtdenkmal, auf der anderen Hälfte die Jahreszahl 1813 mit Mehl aufgestäubt.
Im Verkaufspreis von 2,50 Euro sind 20 Cent für die Sanierung des Völkerschlachtdenkmals enthalten. „Um die fehlenden 6,7 Millionen Euro für die Sanierung unseres Denkmals aufzubringen“, so der Projektverantwortliche der BÄKO Ost eG René Groh, „müssen in den nächsten sechs Jahren 33,5 Millionen Völkerbrote verkauft werden. Kauft in den nächsten sechs Jahren jeder Leipziger alle vier Wochen ein Völkerbrot, haben wir die noch fehlenden Millionen für das Völkerschlachtdenkmal zusammen. Auf den Freistaat hochgerechnet, würden die fehlenden Mittel bereits gesammelt werden können, wenn jeder Sachse acht Völkerbrote bis 2013 bei seinem Bäcker kauft!
Das „Leipziger Völkerbrot“ erfüllt mit 20 Cent Spendenanteil für den Wiederaufbau des Leipziger Völkerschlachtdenkmals nicht nur einen guten Zweck, es zählt auch zu den hochwertigsten Brotsorten, die es hierzulande zu kaufen gibt. Letzteres hat auch die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft e.V. (DLG) mit dem Gütesiegel Goldener Preis, dem Prädikat für Spitzenqualität, offiziell bestätigt. Das „Leipziger Völkerbrot“ erreichte dabei mit 100 von 100 Punkten die volle Punktzahl.
Doch nicht nur Brotliebhaber können ihre Verbundenheit zu Leipzigs Wahrzeichen beweisen. Ab Mai 2008 kann man bei allen teilnehmenden Handwerksbäckereien ein spezielles Brötchen mit Spendenanteil unter dem Namen „Unser Völki“ erwerben. Es präsentiert sich als Trio und seine Rezeptur steht der des Völkerbrots in nichts nach. Es ist ein Vollkornbrötchen mit einzigartigem Geschmack, handwerklich unter Verwendung von mildem Schneeweizen und feinen Dinkelflocken gebacken. Schneeweizen wird aus speziellen Weizensorten hergestellt, bei denen auch die Randschichten mild schmecken, so dass das Vollkornprodukt keinen bitteren Beigeschmack erhält. Mit jedem „Völki“ fließen 3 Cent in die Sanierung des Völkerschlachtdenkmals. Auch das „Völki“ wurde von der DLG prämiert und erreichte mit 91 von 100 Punkten den Silbernen Preis.
Weitere Informationen zur Aktion finden Sie unter:
www.voelkerbrot.eu
Die Internetseite bietet eine spezielle Suchfunktion, den so genannten „Bäckerfinder“. Nach Eingabe einer Postleitzahl werden alle teilnehmenden Handwerksbäckereien im Umkreis angezeigt. Über einen Onlineshop können das „Leipziger Völkerbrot“ und „Unsere Völkis“ bestellt werden. Für besondere Anlässe stehen auch hochwertige Holzkisten und Geschenkverpackungen zur Verfügung.


