Markkleeberg

Markkleeberg war während der Völkerschlacht bei Leipzig 1813 Schauplatz heftiger Gefechte.

Markkleeberg (das heutige Markkleeberg-Ost) galt zu Anfang des neunzehnten Jahrhunderts als ein eher kleineres Dorf an der Poststraße im Süden von Leipzig. Die Einwohner, auf drei Dorfteile und das Schlossgelände verteilt lebend, fanden ihr Auskommen zumeist in der Landwirtschaft. Süd-, Mittel- und Norddorf lagen zwischen Pleiße und Bornaer Poststraße, der heutigen Bornaischen Straße. Starke Truppenbewegungen kündigten bereits ab Anfang Oktober 1813 das bevorstehende Unheil an. Die Gutsbesitzerfamilie Funcke nahm Zuflucht auf dem Rittergut Großstädteln westlich der Pleiße, die Bewohner brachten sich und ihre Habseligkeiten ab 10.10.1813 in Sicherheit.
Die Besitznahme des kleinen Dorfes Markkleeberg war beiden militärischen Seiten wichtig – den Verbündeten und den napoleonischen Truppen. Für letztere galt Markkleeberg als der am weitesten westlich und südlich liegende feste Punkt des südlichen Kampffeldes. Für die Verbündeten, die am frühen Morgen des 16. Oktober mit der österreichischen Infanterie, vier Kompanien des Kaunitz-Infanterie-Regimentes Nr. 20 das Schloss und auch das umgebende Gelände in Richtung Dölitzer Flur längs des Pleiße besetzten, war die Einnahme des Dorfes ein großer taktischer Gewinn, weil die beiden Pleißebrücken in Markkleeberg ideale Übergangsmöglichkeiten für die zum Angriff am westlichen Ufer bereitstehenden österreichischen Truppen darboten.
Während der Kampf um das Schloss Markkleeberg schon seit dem 14.10.1813 währte, verwandelte sich der ganze Ort und die umliegenden Felder am 16.10.1813 in das sogenannte südliche Schlachtfeld, das flächenmäßig und nach Anzahl der eingesetzten Truppen das größte Schlachtfeld der Völkerschlacht bei Leipzig bildete.
Für die Komplexität und Unüberschaubarkeit der militärischen Ereignisse an diesem Tag in und um Markkleeberg spricht die Tatsache, dass es in diesem relativ kleinen Gebiet vier von einander unabhängige Gefechtsfelder gab: erbitterte Kämpfe um jeden Meter Boden im Ort selbst, um das Schlossgelände, das Kellerberggebiet und um die Markkleeberger Flur in Richtung der vom Bergbau 150 Jahre später überbaggerten Orte Cröbern und Crostewitz.
Zurück blieben vollends zerstörte Ortschaften, kaum bewohnbar, mit zu Asche verfallenen Häusers oder ruinierten Anwesen, Scheunen, Ställe ohne jegliches Holz – ohne Fenster, Türen, Dielungen, Treppen, Tore – verheizt an den Biwakfeuern beider Armeen. Die Kartoffelernte auf den Feldern war in den Kochtöpfen der Soldaten gelandet oder beim Kriegsgeschehen zertrampelt und zerfahren worden. Es bedurfte vieler leidvoller Jahre bis sich die Bevölkerung von diesem Elend aus eigenen Kräften erholen konnte.

An die Völkerschlacht bei Leipzig 1813 erinnern auf Markkleeberger Flur 7 Apelsteine, das Wachtberg- und das Österreicherdenkmal (beide in Wachau) und das in der historischen Anlage Schloss und Torhaus Markkleeberg eingerichtete Museum (ausführlicher Textbeitrag hierzu auf den Seiten des Museums Torhaus Markkleeberg).

Literaturtipp:
“Oktober 1813 – Markkleeberger Blätter Nr. 5 – ein Almanach”; Autoren: Michael Zock und Andreas Baage

Mehr über die heutige Stadt Markkleeberg und ihre touristischen Angebote unter: www.markkleeberg.de

 

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