Festung Torgau

Informationen zur Geschichte der Festung Torgau

Führungen durch die alten Festungsanlagen

Spezial-Festungsführung
Neben dem Festungsbau und der damaligen Waffentechnik werden die Übergänge von einem Festungstyp in den anderen vor Ort und mittels archivaler Color-Poster erläutert. Auch eine Festung entwickelte im Laufe ihrer Geschichte eine Prozessstruktur! Festungen und ihre Funktion korrelieren mit dem politischen Geschehen ihrer Zeit. Geradezu spannend erscheint uns heute das Wechselspiel zwischen der Festung Torgau und der Schlacht bei Torgau, 1760 (Preußen (Friedrich der Große) und Österreich) sowie der Völkerschlacht bei Leipzig, 1813.
Dauer der Festungsführung: 2-3 Stunden, auch einen ganzen Tag möglich.
Kontakt:
Dr. habil. Uwe Niedersen, Förderverein Europa Begegnungen e.V., Schloßstraße 19, 04860 Torgau, Tel: 03421/715291, E-Mail: .

Inhalte der Besichtigung
1. Hauptwerk mit Revetement–Ufermauer; mehrere Flankenkasematten (klassizistisch); Poterne; Laboratorium; Profil des erdgeböschten Hauptwalls; Tambourierung der Eisenbahn-Elbebrücke (Reste). Die sächsischen Ingenieur–Offiziere entwarfen die Enceinte (Umwallung) entsprechend der Funktion der Festung Torgau, die Zentralfestung Kursachsens zu werden; mit Depot sowie Versammlungsraum für die gesamte Sächsische Armee, mit Außenwerken. Sie planten nach einer deutschen (sächsischen), der Glaserschen Manier (18. Jahrhundert) mit 10 Bastionen, um wichtige Gebäude der Vorstadt mit hinter den Hauptwall zu nehmen. Mit der Landesfestung sollte die sächsische Neutralität behauptet werden. Es kam jedoch anders Napoleon befahl in Torgau eine Kampagne-Festung für seine Armee zu bauen, die Richtung Osten (Rußland) zu marschieren hatte. Von der Funktion her sollte Torgau eine offensive Festung sein, d.h. mit gesichertem Elbübergang (Brücke) und der Defension durch Lünetten an der Elbe und dem Brückenkopf; Ausfalltore; wenig Besatzung, souveräne Festungsartillerie. Nicht nach der Glaserschen Manier sondern durchweg bastionär nach Vauban und den Nachfolgern dieser französischen Manier war zu bauen; keine Flankenkasematten und Kasernen.
2. Brückenkopf mit Reduit (Defensionskaserne);
Gewehrmauer und Kehlkaponniere (Restbestand); Kriegspulvermagazin (K.P.M.); Hohltraversen; Poterne – kasemattierte Geschützstellung; Pontonwagenhaus. Erklärungen zum Übergang von der sächsischen über die französische zur neupreußischen Manier; weiter zur „Metamorphose“ einer sächsischen Poterne in eine preußische kasemattierte Geschützstellung. Auch zu Veränderungen im Festungsbau, die durch den Wandel, ca. 1860, vom Glattrohr zu den gezogenen Rohren der Artillerie erfolgten. Von den Elbe-Lünetten kann die Lünette Werdau begangen werden.
3. Wasserbautechnik; Wasserspiel mit Teichschanze am Großen Teich; Reste der drei Schleusenlünetten; Ober- und Unterhafen mit Batardeau; Wasserkanäle; Inundationsbecken; Aquadukt, sächsisches Poternengewölbe im Wall und darunter ein Kanal-Durchschnitt am Königstor. Zur sächsischen Zeit war ein Kanal von Leipzig nach Torgau/Elbe geplant; der dazugehörige Aus- und Einschiffungshafen sollte im Schlossgarten sein. Das Vorgelände der Festung konnten inundiert werden. Das Wasserspiel erfolgte durch Wassertechnik der Schleusenlünetten und Batardeaus.
4. Fort Zinna Trockener Wallgraben; Wallprofile; Escarpe- bzw. Contrescarpe; Pulvermagazin und Kasematten der Halbbastion; Minenhäuser, mit Galerien und Minensystemen; Blockhaus / Pulvermagazin mit Ummantelung. Das Fort Zinna ist das wichtigste Außenwerk, gelegen an der nordwestlichen Angriffsfront des Hauptwerkes. Neupreußische Festungselemente wie Grabenwehr und Defensionskaserne, sowie ca. 3 km Minensystem waren nach 1850 angelegt worden. Bauliche Veränderungen und ein Funktionswechsel von Einbauten sind nach der Einführung der gezogenen Rohre (nach 1860) zu verzeichnen. Der tatsächlich vollzogene Angriff (Preußen) und die Verteidigung des Fort Zinna (Franzosen) von 1813 kann Vorort erläutert werden.

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